„Radverkehrssicherheit im Bezirk“

Das Fahrrad ist als schnelles, flexibles und auch umweltschonendes Verkehrsmittel aus der Stadt nicht wegzudenken. Rechtlich und auch baulich befinden Fahrradfahrer sich irgendwo zwischen Fußgängern und dem motorisierten Verkehr. Dies führt auf Grund der unterschiedlichen Geschwindigkeiten teilweise zu riskanten Situationen.
Radwege neben Gehwegen bergen Konfliktpotential besonders an Engstellen wie Cafés und U-Bahnausgängen. Begegnen sich ältere Menschen und/oder Menschen mit Seh- oder Hörbeeinträchtigung und herannahende Radfahrer, so erhöht sich das Potential für Unfälle oder sorgt für gegenseitigen Ärger.
Generell ist es besser, den Radverkehr auf die Straße zu verlagern, wo die nächsten Gefahren warten: Achtlos geöffnete Türen parkender Fahrzeuge, Autofahrer, die – bedingt durch häufige Überfüllung der Straßen – den geltenden Mindestabstand zu Radfahrern nicht beachten sowie Autofahrer in zweiter Spur parkend, was zu Ausweichen in den Gegenverkehrt führt.
Radfahrstreifen bieten dem Radverkehr mehr Sicherheit, sind aber oft nicht umsetzbar, da die Straßenbreite nicht ausreicht.

Die meisten Unfälle sind jedoch Abbiegeunfälle, bei denen der Radfahrer einfach übersehen wird. Vermieden werden kann dies durch verzögerte Ampelschaltungen oder vorgelagerte Aufstellstreifen.
Ein sogenannter aufgeweiteter Radaufstellstreifen (ARAS) [1] erleichtert sogar das Linksabbiegen für Radfahrer.
Radverkehrssicherheit zeichnet sich also vor allem durch vernünftige Radwegplanung aus. Je attraktiver der Radverkehr ist, desto mehr Bürger trauen sich mit dem Rad auf die Straße. Eine größere Präsenz von Radfahrern schafft auch zusätzliche Sicherheit, denn so werden sie von Autofahrern besser wahrgenommen.
Eine durchdachte Fahrradinfrastruktur, mit der man sicher und schnell durch den Bezirk radeln kann, würde nicht zuletzt auch so genannte Rüpel- oder Kampfradler verhindern, die häufig versuchen, Geschwindigkeitsnachteile oder bauliche Mängel durch ihr Fehlverhalten auszugleichen.
Unser Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf ist, was die Radwegeplanung und deren Umsetzung betrifft, sehr fortschrittlich, nicht zuletzt durch den Fahr-Rat als Beratungsgremium für das Bezirksamt. Hier engagieren sich neben den verschiedenen Fahrradverbänden auch die PIRATEN. Wir setzen uns für eine sinnvolle Fahrradpolitik ein, damit die Charlottenburg-Wilmersdorfer in Zukunft noch sicherer radeln können.

Autor: Matze aus Charlottenburg-Wilmersdorf

[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Radverkehrsanlage#F.C3.BChrung_des_Radverkehrs_an_Knotenpunkten (Führung des Radverkehrs an Knotenpunkten)
Gazetteartikel vom April: http://www.berlin.de/ba-charlottenburg-wilmersdorf/bvv/1304.html