Druckräume in Charlottenburg-Wilmersdorf

Der Stuttgarter Platz in der Nähe des S-Bahnhofs Charlottenburg ist frisch renoviert. Einst ein Treff vieler Bürger – sei es zum Sonnen, Shoppen in der Wilmersdorfer Straße oder auch als Treff für Touristen – verdreckt er langsam wieder durch das vielbekannte Drogenproblem in der Gegend. Anwohner beschweren sich über die immer weiter zunehmende Kriminalität in der Umgebung. Die Abhängigen haben nicht die Möglichkeit, sich ihren „Schuss“ außerhalb der Sichtweite von Anwohnern und Kindern zu setzen. Somit suchen sie sich Hausflure, öffentliche Toiletten bzw. auch abends die Spielplätze für ihren täglichen Schuss.

Diese ziemlich unzumutbare Situation für beide Seiten (Anwohner wie Drogenabhängige) wird zusätzlich durch verhärtete Fronten in der Politik erschwert, da jede Seite ihre Argumente für und gegen einen Druckraum durchsetzen möchte. Verständnis gibt es für die Argumente der Anwohner. Sie möchten wieder eine saubere und ruhigere Gegend haben, ebenso wie einen Rückgang der Kriminalität und Sicherheit für ihre spielenden Kinder.

Die Verschmutzung der Spielplätze z. B. könnte durch einen Druckraum für die Drogenabhängigen reduziert werden. Gefährliches Spritzenbesteck wird dort fachgerecht entsorgt. Auch bekommen die Drogenabhängigen dort sauberes Spritzenmaterial, welches anderenfalls beim gegenseitigen Ausleihen zur Übertragung diverser Krankheiten führen kann. Die Abhängigen sind unter sich in diesem Raum, werden von ehrenamtlichem Fachpersonal auch psychologisch betreut und können sich, statt in einer öffentlichen Toilette zu liegen, wieder wie ein Mensch fühlen. Desweiteren besteht die Möglichkeit durch die Ausgabe von Ersatzdrogen den illegalen Handel mit Drogen und somit auch die von den Anwohner angeführte Kriminalität zu reduzieren. Damit geben wir auch den Kinder einen gewissen Schutz vor Drogenberührungen. In ihrem Programm haben die Piraten beschlossen, dass die therapeutische Arbeit auch legale Rauschmittel und nichtstoffgebundene Süchte gleichberechtigt einschließen soll.

Ein Druckraum bietet allen die Chance, einen überschaubaren Ort im Bezirk zu haben. Allerdings sollte dieser auch Anonymität gewährleisten und nicht als „Sammelstelle“ gesehen werden. Es sollte auch immer die Hoffnung bestehen und betont werden, den einen oder anderen Abhängigen von einer Entziehungskur zu überzeugen. Nur wer sich wieder als Mensch fühlt, kann viel erreichen. Man muss ihm nur eine Chance geben.

 

Vortrag vom Squad „ÖPNV Ökosoziales Projekt Berlin“

Die Fraktion der PIRATEN in der BVV Charlottenburg-Wilmersdorf lädt in
Zusammenarbeit mit der Crew 1984 ein zu einem Vortrag von Michael Melter
vom Squad „ÖPNV Ökosoziales Projekt Berlin„.

 

Der Vortrag findet statt am 18. Januar 2013 von 19:30 bis 22:00 im
Gertrud-Bäumler-Saal im Rathaus Charlottenburg.

 

 

Michael Melter vom Squad „ÖPNV Ökosoziales Projekt Berlin:

Die Zeit des Wachstums für den motorisierten Individualverkehr ist
vorbei, die Gesellschaft befindet sich in einem strukturellen Wandel:
höhere Energiepreise, weniger Einkommen und gleichzeitig eine steigende
Nachfrage nach bezahlbarer, möglichst barrierefreier Mobilität.

Wir haben uns Gedanken um die Herausforderungen der Zukunft gemacht, wie
wir uns eine Stadt der Zukunft mit mehr Lebensqualität, mehr Platz für
Menschen (statt Maschinen) und mit sozialer Teilhabe für alle vorstellen.

Das unglaubliche daran ist: es ist machbar und bezahlbar. Die Weichen
für die Mobilität der Zukunft können gestellt werden.

Weitere Informationen:

https://wiki.piratenpartei.de/BE:Squads/ÖPNV_Ökosoziales_Projekt_Berlin

 

Wir freuen uns auf Euren Besuch!

Fairtrade – Fair gelebt in Charlottenburg-Wilmersdorf

Fairtrade ist die unterstützenswerte Idee, durch das Bezahlen angemessener Preise den Produzenten in Entwicklungsländern zu ermöglichen, notwendige Infrastrukturen (Schulen, lokale Brunnen, etc) zu errichten.
Aber auch lokal bei uns ist die Idee des Fairtrade weiter zu fördern, denn auch die Arbeitnehmer, Dienstleister und Händler in Charlottenburg-Wilmersdorf benötigen faire Preise und Gehälter, damit sie ihre Wohnungen und lebensnotwendigen Ausgaben bezahlen können.

Fairtrade bedeutet fairer Handel. Bezieht man das auf die Anwohner im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf ist das mit- und untereinander Leben wie ein fairer Handel. Mit viel Transparenz und Toleranz in allen Lebenslagen wird Informationsfluss und Hilfe untereinander fair weitergereicht. Ob im Handel an den Kunden, Beratungsstellen für fragende Bürger sowie Basisdemokratie in der Politik steht bei gerechter Verteilung der Informationen dem gemeinsamen Zusammenleben im Bezirk nichts entgegen.

In der Politik bedeutet das mehr Offenlegung, Transparenz und immer ein „offenes Ohr“ für die Basis. Anhörung von Anfragen und Beschwerden sollten schnellstmöglich und transparent erledigt werden. Als Dank gegenüber der Erledigung wird der Anwohner ein gewisses Vertrauen in die Bezirkspolitik legen. Auf Langzeit gesehen, ein fairer Handel zwischen Wähler und unseren Fraktionären. Denn diese möchten gerne wiedergewählt werden.

Fair wäre es auch, wenn ein Vermieter dem Mieter alles offenlegt. Rechtzeitige Ankündigungen von Modernisierungsmaßnahmen bzw. Sanierung, detaillierte Aufschlüsselung von bevorstehenden Mieterhöhungen und immer ein offenes Ohr für seine Mieter, sprich schnellste und unproblematische Erledigung von Mängeln. Im umgekehrten Fall sollte der Mieter natürlich auch Verständnis und Geduld für seinen Vermieter aufbringen.

Angebote der Kleinhändler (Tante Emma-Laden) sollten gerecht sein. Es würden sicher auch viele Kunden gerne in solche kleinen Läden gehen, wenn sie das Gefühl haben, gut bedient zu werden. Ein kleiner Nachbarschaftsklatsch und Tratsch ist nie verkehrt und verbindet die Bewohner mit dem Händler. Offene Darlegung der Produkte sowie deren Herkunft gibt dem Käufer eher das Gefühl, was Gutes gekauft zu haben. Wer möchte nicht gerne das Gefühl haben, trotz des etwas höheren Preises der Ware, den „Produzenten“ im fernen Ausland die Arbeitskraft gut bezahlt zu haben, ohne dass Zwischenhändler auf Kosten von armen Arbeitern sich viel Geld einstecken. [1] Diese Aktionen sollten im Bezirk mehr Unterstützung finden. [2]

In der Nachbarschaft kann faires Leben auch sein, dass der türkische Nachbar gerne vom deutschen Nachbar Zucker bekommt und im Gegenzug ihn darauf zum türkischen Tee einlädt. Jeder sollte Hand in Hand arbeiten und sich gerecht helfen. Faires miteinander leben bedeutet auch miteinander reden. Jeder kann vom anderen lernen und verstehen.

In einer immer enger zusammenwachsenden Welt werden wir dann feststellen, dass die Probleme der anderen oft auch unsere eigenen Probleme sind und können uns statt dem Neid, der Korruption und Ausgrenzung endlich dem Wichtigsten widmen: dem gemeinsamen Leben auf dieser Welt.

Dies ist in unserem Bezirk Fairness und auch in unserem Sinne unterstützenswert.

[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Fairtrade
[2] www.fairtradetown-charlottenburgwilmersdorf.de/

Transparenz im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf

Der Autohändler auf der Ecke gegenüber hat wohl sein Geschäft aufgegeben – es ist leergeräumt. Kurze Zeit später kamen Baumaschinen, die das Gelände planierten. Ein großes Bauschild  verkündete, dass hier komfortable und teure Eigentumswohnungen gebaut werdenDann ging der Baulärm los. Fast 5 Meter tief wurde ausgeschachtet – wohl für eine Tiefgarage.

Warum wusste ich davon nichts? So ein großes Bauvorhaben muss doch geplant werden?
Wo hätte ich diese Information bekommen können?

 

Gut versteckt im Webangebot des Bezirks gibt es einen Bereich „Stadtentwicklungsamt – Bebauungspläne“. Dort kann ich Bebauungspläne einsehen, wenn  er in der Phase der öffentlichen Auslegung ist oder wenn er „zurückliegend“ ist.

Und davor? Danach? Mehr Transparenz hätte mir ermöglicht, früher zu reagieren…

 

So oder so ähnlich hätte einer der prominentesten Einwohner unseres Bezirks reagieren können. Quasi direkt vor seiner Haustür fand das statt, was wir oben beschrieben haben.

 

Was verstehen wir PIRATEN im Bezirk unter Transparenz? Zufriedene Bürger kann es nur durch offene und aktuelle Informationen Seitens des Bezirkamtes geben; dazu benötigt der Bürger Einblick in Entscheidungswesen und Beschlüsse des Bezirksamtes. Zeitnah sollten Anfragen, Drucksachen sowie Ausschreibungen auf den Internetangeboten, durch Aushänge  sowie Bezirksgazetten für jeden Bürger verständlich herausgegeben werden. Dadurch bekommt der Bürger im Bezirk genug Zeit, sich in die Entscheidungen evtl. einzubringen, in dem sie sich an die Ansprechpartner der Fraktionen in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) wenden können.

 

Diese Transparenz führt unmittelbar zu einem demokratischen Meinungsbild der Bezirksbürger. Ihnen wird genug Zeit und Gelegenheit gegeben, sich Gedanken zu den Plänen, Kosten sowie Vor- und Nachteilen solcher Pläne zur Stadtentwicklung zu machen, ihr Veto einlegen zu können  und evtl. sogar Verbesserungsvorschläge vorlegen zu können.

 

„Für mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung setzen wir uns ein“ so Siegfried Schlosser von der PIRATENPARTEI Berlin, Fraktionär in der BVV Charlottenburg-Wilmersdorf. „Durch gut ausgearbeitete Anfragen und Anträge werden wir unser Ziel erreichen.“

Weiterkurbeln

Die Filmpioniere Max und Emil Skladanowsky zeigten am 1.11.1895 im Café Wintergarten in Berlin in einer öffentlichen Veranstaltung erstmalig ein 15 minütiges Filmprogramm. Filme wurden die prägendste Kunstform des 20. Jahrhunderts. Am 11.09.1922 wurde im Kino Alhambra, am Kurfürstendamm 68, der erste Tonfilm der Welt gezeigt. Eine in die Hauswand eingelassene Plakette erinnert daran. Am Ende der zwanziger Jahre symbolisierte „Der blaue Engel“ Glanz und Zauber des Tonfilms.

Der Berliner Kinomarkt ist der heißumkämpfteste Deutschlands. Seit 1996 hat sich die Anzahl der Kinosäle fast verdoppelt, die meisten davon in Multiplexen vor allem in der City-Ost.  Seit ca. 1995 gab es in der Kurbel fast ausschließlich Filme in englischer Originalfassung, was vielleicht auch mit dem schräg gegenüber liegenden Irish Pub zu tun hatte. Dieses Angebot sorgte für gute Auslastung.

Die Probleme für die Kurbel begannen nach dem 11. September 2001; in der Zwischenzeit hatten am Potsdamer Platz das CineStar (Kieft&Kieft Filmtheater GmbH,  sie hat später die UFA übernommen; daraus wurde später die Greater Union Filmpalast GmbH, ein Teil der Kinosparte des australischen Entertainmentkonzerns AHL) und am Alexanderplatz das CUBIX eröffnet, welches ebenfalls zur UFA GmbH i.L. gehört, genau wie seinerzeit die Kurbel. Das CineStar zeigte auch Originalfassungen, war aber überwiegend nicht ausgelastet. Dann wechselte das Programm der Kurbel zu synchronisierten Fassungen, und das Publikum blieb aus, dafür ging die Zahl der Besucher im CineStar hoch, sozusagen Marktbereinigung unter Großkonzernen, denn CineStar und CUBIX liegen ziemlich nah beieinander. Am 25. Juni 2003 fiel nach der Vorstellung von ‚Vom Winde verweht‘ zunächst der Vorhang.

Am 1. Januar 2004 wurde die Kurbel durch die Potsdamer CH Media GmbH wiedereröffnet. Der Eintrittspreis von 2,99 Euro war deutlich niedriger als in anderen Kinos. Der Markt hat sich aber rasant verändert; besonders Kinos mit einem oder zwei Sälen, wie die Filmgühne am Steinplatz und das Hollywood am Kurfürstendamm konnten da nicht mithalten. Der Wechsel der Bedürfnisse, mehr Beinfreiheit, perfekter Ton, ist nicht verschlafen worden, aber für viele kleine Filmunternehmer nicht finanzierbar. Ein Umbau nach diesen Maßstäben kann aber auch dauerhaften Erfolg bringen, wie die Astor Filmlounge am Kurfürstendamm beweist.

Wie so of herrscht Faszination angesichts technischer Neuerungen, aber auch Skepsis in bezug auf die Auswirkungen auf Bestehendes. Die Entwicklung des Films und der Kinos in den letzten 100 Jahren zeigt, dass immer wieder eine Integration in die bestehende Kultur stattfindet, die sich dadurch verändert. Hier gilt es kreative Konzepte zu entwickeln.

http://rettetdieKurbel.blogspot.com

http://www.filmzeitung.de