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Siegfried Schlosser [1] und Frank Thiesen [2], sind die beiden Direktkandidaten zur kommenden Bundestagswahl aus Charlottenburg-Wilmersdorf und Spandau-Charlottenburg/Nord. An einem lauen Frühlingsabend saßen wir mit den beiden im Restaurant Saray in Charlottenburg-Wilmersdorf. Nach einem sehr schmackhaften Essen stellten wir ihnen mehrere Fragen zu ihren politischen Ambitionen.

„Erstmal definitiv eine große Gratulation zu eurer Wahl zum Direktkandidaten in Charlottenburg/Wilmersdorf und Spandau/Charlottenburg-Nord.“

„Frank, du vertrittst Spandau und Sigi du Wilmersdorf. Beide aber vertretet ihr Charlottenburg. Wie wollt ihr die Wähler von euch überzeugen? Gibt es schon Konzepte für den Straßenwahlkampf?“

Sigi: bisher gibt es kein wirkliches Konzept, aber es wird einen Straßenwahlkampf geben.
Stellplätze sind für Infostände bereits bestellt. Es sollen soviel wie möglich bespielt werden. Ab ca. Mitte August ist mein Urlaub und dann will ich Vormittags auf der Straße sein.

Frank: analog dazu hat T. Plätze für Stände vorbestellt, und ja ich will viel Straßenwahlkampf machen. Politik mit Beteiligung, mehr Demokratie. Alle Stimmen werden gebraucht. Die Bürger müssen zur Wahl, die 40% Nichtwähler müssen wieder Interesse haben.

Sigi: passend zur BVV (Bezirksverordnetenversammlung) muss es mehr Bürgerbeteiligung geben. Bisher war kein Geld für so etwas da, Konzepte sind aber vorhanden und sollen umgesetzt werden. Ein Bezirksliquid für die Bürger wäre ein guter Ansatz.

„Wie sieht eure Zusammenarbeit jetzt im Straßenwahlkampf aus? Habt ihr da schon einen Plan/Idee? Wird es gemeinsame Projekte geben?“

Frank: jooo, kann ich mir gut vorstellen. Die Schnittmenge beider Bezirke ist aber nicht ganz so groß.

Sigi: aber interessant.

Frank: Sicher werde ich mehr in Spandau fungieren, aber kann mir gut vorstellen, dass wir beide auch was zusammen bespielen.

Sigi: muss man beides bespielen. Charlottenburg-Nord, Mierendorffplatz, Halemweg; bietet sich ja direkt an.

„Wird es auch etwas mit allen Kandidaten geben ?“

Sigi und Frank: bestimmt, das macht doch Sinn.

„Den Wähler interessiert es natürlich auch, welches eure Hauptthemen im Bezirk sind. Was ist eure Strategie um diese Themen an den Bürger zu bringen ?“

Frank: Das Hauptthema für mich im Bezirk ist die Gesundheitspolitik und Soziales. Ich möchte sie so rüberbringen, dass der normale Bürger es auf der Straße auch versteht. Wähler auch damit ins Boot holen. Mit Beteiligung anlocken. Wohnen in Spandau muss bezahlbar sein. Sozial- und Innenpolitik sind wichtige Themen.

Sigi: die Beteiligung könnte größer sein, wenn mehr Informationen aus dem Bezirk kommen würden. Was der Bezirk halt erreichen kann und was nicht. Mehr Transparenz. Haushaltstransparenz (offener Haushalt). Haushaltsplan muss verständlicher sein. Als Beispiel: Elterngeldstelle, es kann nicht mehr Personal eingestellt werden, aber für den Bürger kommt durch Intransparenz ein Unverständnis für diese Situation auf. Dies muss dem Bürger offenbart werden und verständlich rübergebracht werden. Was das Thema Kleingärten betrifft, muss ich ja nicht betonen hehe…(Anm.:aktuelles heißes Thema in der BVV).

Frank: Ergänzung wenn ich darf, ich setze mich auch für die Kleingärten (Erhalt) ein, denn sie sind sehr wichtig und ein großer sozialer und ökologischer Faktor.

„Sigi: Du bist in „deinem“ Bezirk schon sehr bekannt. Glaubst du, das bringt dir eine Chance auf 15% ? Und wie siehst du die Chancen der Piratenpartei Berlin gesamt ?“

Sigi: ich seh das zweistellig in diesem Bezirk, eben auch durch meinen hohen Bekanntheitsgrad

Frank: realistisch seh ich auch zweistellig. Transparenz und Demokratie könnte das einbringen.

„Gesetzt den Fall, wir kommen grade so in den Bundestag, aber es schafft kein Direktkandidat. Wie sieht das danach für euch aus?“

Sigi: ich arbeite dann wieder in der BVV, ohne Frust, ohne Austrittsgedanken (scherzhaft: was ist Austritt)

Frank: ich rechne damit, dass ich nicht reinkommen und es wird sich dann auch nichts ändern. Ich mache weiter wie bisher und hab noch ein paar Ziele. Ich könnte mir auch vorstellen, den Piraten im Bundestag zuzuarbeiten.

Sie finden das beide spannend.

„Sigi, was hat dich dazu gebracht, nun doch als Direktkandidat anzutreten?“

Sigi: die erste Aufstellungsversammlung (AV) war ein äh Flopp. Ich wurde von einigen Piraten danach angesprochen, ob ich nicht antreten möchte, da ich einen großen Bekanntheitsgrad habe. Habe lange drüber nachgedacht und hatte mir weitere Gesprächspartner gesucht. Die meisten meinten, ich soll es machen. Danach hab ich mit meiner Frau gesprochen, und sie war damit einverstanden. Sie stärkt mich.

„Frank, was möchtest du als Direktkandidat erreichen? Werbung für die Piratenpartei oder doch Chance auf Bundestag ?“

Frank: oohh ich seh mich als Wahlkampfmanager in Spandau. Ich hab Ambitionen, möchte Stimmen haben und würde auch gerne einziehen aber wichtiger ist einfach Stimmen für die Piraten einzuholen.

„Sigi, für dich bedeutet die Direktkandidatur deutlich noch mehr Arbeit als du eh schon hast. Wie kommst du und deine Frau damit klar ?“

Sigi: ich hab jetzt schon einen 16-Stunden-Tag und verlängere auf 36 Stunden 😉 es wird laufen. Und meine Frau unterstützt mich auch sehr.

„Frank, Podiumsdiskussionen, Passantengespräche, anstrengende Journalisten – ein ganz neues Feld, wie bereitest du dich darauf vor ?“

Frank: am Besten gar nicht. Wir haben alle ein gutes politisches Gerüst . Ich will so natürlich rüberkommen wie ich auch bin. Klar gewisse Vorbereitungen zu Themen sind wichtig besonders bei Podiumsdiskussionen usw. .Medientraining ist z.B. nicht verkehrt und hatte ich auch schon aber wichtig ist gefestigtes Auftreten und nichts gekünstelt.

Sigi: ich will auch was zu sagen: ich bin so wie ich bin und so möchte ich auch rüberkommen. Ich werde mich nicht verbiegen. Themenvorbereitung ist wichtig aber ansonsten eben normal bleiben. Evtl. nehme ich auch noch an einem Medientraining teil.

„Was wünscht ihr euch von den Piraten aus Charlottenburg-Wilmersdorf bzw. Spandau/Charlottenburg-Nord ?“

Sigi: Geld, denn das ist im Bezirk für den Wahlkampf recht knapp. Es fehlt eben finanzielle Unterstützung. Viele helfende Hände wären nötig. Fachleute für Themen wären klasse um mehr Input zu bekommen.

Wie? Konto des Landesverbandes, Stichwort: Spende mit Wahlkreisnummer/Bezirk und Bezug: Direktkandidat.

Frank: Hilfe, sehr viel Hilfe. Spende ist wichtig und wenn was schief geht, nicht immer gleich draufhauen.

Sigi/Frank: wichtig, Leute für die Infostände als Unterstützung.

„Wird es spezielle Plakate mit dem Gesicht des Direktkandidaten darauf geben?“

Sigi: ja wenn es finanziell gehe dann speziell auf mich gemünzt. Ich stelle mir eine Anmietung eines Smarts vor und Beklebung auch mehr privat wie Sigi in den Bundestag. Personenwerbung halt. Das wäre sein Traum. (Anm.: diese Idee hat er raubmordkopiert 😉

Frank: habe 100 Plakate geordert und lass mir Fotos von Emilio Paolini (Fraktionär aus Spandau) machen, speziell mit Spandauer Hintergrund. Wäre so meine Vorstellung. Zwei Plakate sollen hauptsächlich am Infostand immer stehen. Flyer möchte ich für meine eigenen Themen haben.

„Zum Abschluss, welche Ausschüsse würdet ihr gerne im Bundestag übernehmen?“

Sigi: Bau-/Verkehr- und Wohnungsausschuss. Interessieren würde mich aber auch der Petitionsausschuss.

Frank: Gesundheit, Soziales und Sport. Auch Innen-, Landwirtschaftsausschuss und Verbraucherschutz könnte er sich auch vorstellen. Aber egal was, wenn ich müsste dann ist das halt auch so. Man kann sich darauf einstellen.

Der Straßenwahlkampf kann beginnen und wir hoffen, dass Ihr Leser/Bürger dann die Direktkandidaten an den kommenden Info-Ständen noch mit mehr politischen Fragen „löchert“.

[1] http://wiki.piratenpartei.de/Benutzer:Sigiberlin
[2] http://wiki.piratenpartei.de/Benutzer:Grisu22

Ein Kommentar

  1. 1

    Ja 🙂
    das ist echt geil piratig !!!!

    (“Sigi, was hat dich dazu gebracht, nun doch als Direktkandidat anzutreten?”

    Sigi: die erste Aufstellungsversammlung (AV) war ein äh Flopp. Ich wurde von einigen Piraten danach angesprochen, ob ich nicht antreten möchte, da ich einen großen Bekanntheitsgrad habe. Habe lange drüber nachgedacht und hatte mir weitere Gesprächspartner gesucht. Die meisten meinten, ich soll es machen. Danach hab ich mit meiner Frau gesprochen, und sie war damit einverstanden. Sie stärkt mich.)

    Ja, die Piratenfrauen! Ohne die, jeht nüscht !!!
    🙂 Berni43

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